Sofort belastbare Implantate
Zahnimplantate sind als festsitzende Alternative zum herkömmlichen Zahnersatz aus der Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken. Ein neues Verfahren macht es nun möglich, dass der Patient weniger belastet und gleichzeitig Zeit eingespart wird.
Bei der derzeit üblichen Implantationsmethode wird die Schleimhaut vom darunter liegenden Kieferknochen operativ abgelöst, der Knochen angebohrt und das Implantat eingesetzt. Anschließend wird die Wunde wieder vernäht.
Das neue Verfahren nennt sich „atraumatische transgingivale Performationsmethode“ (ATP). Das bedeutet, dass mittels einer eigens entwickelten Stanze die Zahnschleimhaut weitgehend unblutig angebohrt wird. Es entstehen keine Schwellungen und keine Narben. Es wird nicht genäht, die durch diese Methode verursachte kleine Wunde heilt nach wenigen Tagen. Der operative Aufwand wird wesentlich verringert.
Am Beginn des Eingriffs steht eine Lokalanästhesie, anschließend spülen die Patienten mindestens eine Minute lang mit einer Desinfektionslösung. Nun wird die eigens entwickelte „Jesch“-Stanze verwendet, welche die Zahnschleimhaut durch leichten Druck und unter äußerer Wasserkühlung durchdringt. Beim Knochen angekommen, wird durch weiteren Druck ein kreisrundes Plateau mit einer zentralen Einkerbung ausgefräst, wodurch ein idealer Ansatzpunkt für den Implantatbohrer entsteht. Im Anschluss daran wird der Knochen bis zur gewünschten Tiefe, abhängig vom Knochenangebot, angebohrt und das Implantat gesetzt. Weist das Implantat eine zufriedenstellende Primärstabilität auf, werden die Aufsatzteile unmittelbar nach der Implantation montiert und sofort eine Abformung vorgenommen. Die Implantate sind somit sofort belastbar und der Patient erhält bereits nach ein bis zwei Wochen die endgültige Versorgung.
Ist jedoch die Primärstabilität der gesetzten Implantate nicht zufriedenstellend, muss eine Einheilzeit von in der Regel drei Monaten abgewartet werden. In diesem Fall wächst durch die Stanze erzeugte Schleimhautläsion bereits nach wenigen Tagen wieder zu. Das Implantat bleibt während dieser Zeit durch die darüber liegende Schleimhaut geschützt. Nach der dreimonatigen Einheilzeit wird das Implantat wieder freigelegt, die Aufsatzteile montiert und eine Abformung durchgeführt. Nach ein bis zwei Wochen wird die prothetische Arbeit übergeben.
Die Schleimhautstanzung eigenet sich grundsätzlich für jene Patienten, deren Knochen genügend Stabilität aufweist. Problematisch wird dieser Eingriff bei staren Rauchern, Diabetespatienten und natürlich bei Patienten mit mangelnder Mundhygiene.



















